Die Range Rover Jagdwagen von Erich Honecker


Insgesamt gab es vier Exemplare der umgebauten Honecker Range Rover Jagdwagen.

Der erste Umbau wurde in England bei der Firma Morgan in Zusammenarbeit mit Panther Westwinds hergestellt und Erich Honecker als Geschenk zu seinem 70. Geburtstag am 25.8.1982 übergeben. Das Fahrzeug kostete 212.765,56 DM. Dieses Fahrzeug wurde von Stefan Thiele im Jahr 2004 durch Zufall auf einer Internet-Verkaufsplattform entdeckt. Der damalige Besitzer verkaufte es im Jahr 2005 an einen Privatmann der das Fahrzeug auf die spanische Insel Ibiza bringen wollte.

Der zweite Honecker Range Rover Jagdwagen ähnelt dem ersten, ist aber handwerklich sehr viel besser ausgeführt und wurde 1985 fertiggestellt. Er ist der erste von insgesamt drei Range Rover Umbauten des Berliner Karosserie-Spezialisten Friedrich Rometsch und kostete 330.627,80 DM. Der Wagen befindet sich seit dem Mauerfall im Besitz eines Privatmanns in Berlin.

Der dritte Honecker Range Rover Jagdwagen aus dem Jahr 1987 (der zweite aus dem Hause Rometsch) kostete den damaligen DDR-Staat 337.582,35 DM und wurde der Öffentlichkeit im Jahr 2008 auf einer Sonderschau der Automobilmesse AMI in Leipzig (die Autos der Promis) gezeigt. Er stammt aus dem Fundus des Deutschen Technikmuseums in Berlin und ist äußerlich an den erstmals durchgehenden seitlichen Trittstufen erkennbar.

Der vierte und letzte Umbau für Honecker und seine Jagdgenossen (der dritte aus dem Hause Rometsch) kostete 403.047,00 DM und wurde nur wenige Monate vor dem Mauerfall im Jahr 1989 ausgeliefert. Die Suche nach diesem letzten Fahrzeug gestaltete sich sehr aufwendig. Im Frühsommer 2008 wurde der Besitzer des Wagens ausfindig gemacht. Das Fahrzeug befindet sich zur Zeit in Portugal.

Die Firma "Karosserie Friedrich Rometsch" in Berlin-Halensee galt seit 1924 als eine der besten Adressen für das Karosseriehandwerk und den Umbau von Kraftfahrzeug-Fahrgestellen. Die Firma wurde im Jahr 2001 aufgelöst. Für die Herstellung der Jagdwagen wurde das Chassis eines serienmäßigen Range Rover durchtrennt und um 50cm verlängert. Das Cabrioverdeck stammte ursprünglich vom Rolls Royce Corniche und stellt das komplizierteste Teil der Honecker Range Rover dar. Es hatte damals einen Materialwert von 68.000 DM. Die tiefgreifenden Modifikationen erforderten eine Anhebung der Karosserie um 5cm. Mit Ausnahme der Frontscheibe wurden sämtliche Seitenscheiben eigens angefertigt. In den rückwärtigen Seitentüren wurde ein elektrischer Hebemechanismus für eine höhenverstellbare Gewehrstütze eingebaut. Honecker sollte es auf möglichst bequeme und höchst unwaidmännische Art ermöglicht werden, aus dem Auto heraus auf eigens aus Ungarn importierte Hirsche zu schiessen. Dazu wurden die Tiere mit mächtigen Suchscheinwerfern an der A-Säule geblendet. Auch wurde sichergestellt, dass Honecker im Vergleich zu seinen Parteigenossen stets die meisten Abschüsse aufweisen konnte.

Fragen beantwortet Stefan Thiele per e-mail: Honecker Jagdwagen Range Rover

Lesen Sie meine erste Reportage in der FAZ: Honny 1

Lesen Sie meine zweite Reportage im LRE-Magazin: Honny 2

Lesen Sie meine dritte Reportage im LRE-Magazin: Honny 3

Range Rover Jagdwagen Nr. 1 wurde 2005 nach Ibiza verkauft

Range Rover Jagdwagen Nr. 2 ist im Besitz eines Berliner Privatmanns

Range Rover Jagdwagen Nr. 3 ist im Besitz des Deutschen Technikmuseums

Range Rover Jagdwagen Nr. 4 unter Palmen in Portugal.


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